Pflege der Sammlung
Kunstwerke sind ein empfindliches Gut. Nicht alle befinden sich in vorzeigbarem Zustand, wenn sie in die Sammlung kommen. Während jüngere Gemälde zumeist noch intakt sind und häufig nur einen Rahmen benötigen, bedürfen ältere nicht selten der Pflege, Reparatur oder gar der Restaurierung. Die Instandhaltung erweist sich dabei als aufwendig, sie kann sogar teuer werden.
Leinwände von Gemälden können Löcher oder Randschäden aufweisen. Risse in der Malschicht bilden Craquelée, das wie lose Farbpartien gefestigt werden muss, Fehlstellen sind zu ergänzen. Häufig treten Verschmutzung durch Nikotin, Rauch und Staub auf, Feuchtigkeit kann zu Schimmelbefall führen. Selbst verglaste Werke sind oft nicht frei von Alterungsspuren.
Grafiken erfordern wegen alter Passepartouts oft eine Entscheidung über Erneuerung oder Entfernung. Schäden am Papier selbst treten durch Kleber wie Uhu, Klebestift, Tesafilm auf, derart unsachgemäße Befestigungen sind oft nicht ohne Beschädigung des Papiers zu beheben.
Ein Beispiel für eine sinnvolle aber aufwendige Restaurierung bietet das Materialbild „Alster“ (1958/59) von Rolf Nesch. Es wurde der Stiftung 2025 in heruntergekommenen Zustand angeboten, nachdem es über 20 Jahre in einer Kiste gelagert hatte. Die Köpfe der Schrauben, mit denen die grüne Kupferplatte auf dem Holzgrund befestigt ist, hatten Rostbelag, das Bild war mit braunen Punkten verunziert. Der alte Kleber der eingelegten Details hatte sich gelöst oder die Teile überwuchert, einzelne waren herausgefallen oder fehlten. Schmutz und Nikotin hatten die Glas-, Spiegel-, Marmor- und Keramikscherben erblinden lassen. Hier musste eine fachmännische Metallrestaurierung erfolgen. Mit Glück fand sich eine Expertin, die in mehreren Wochen die Restaurierung ausführte. Sie patinierte, reinigte, polierte, befestigte, ergänzte Fehlendes und brachte das Werk dadurch wieder in einen ausstellungsfähigen Zustand. Heute blitzen und schimmern die Details des großen Bildes wieder wie in seinem originalem Zustand.
Einen sehr guten Einblick in die umfangreichen Arbeiten zur Restaurierung des Materialbildes “Alster” bietet dieser Film: