Die Kunstsammlung

Seit den 1970er Jahren sammelt Maike Bruhns Kunst in und aus Hamburg.

Die Kunstsammlung

Ging es dabei zunächst um Ästhetik und Freude an Bildern von Künstlerfreunden, richtete sie im Kontext mit ihren wissenschaftlichen Forschungen die Aufmerksamkeit bald auf Arbeiten verfolgter Kunstschaffender in der NS-Zeit. Das Sammeln konzentrierte sich auf Werke der Zeitgeschichte, auf die Fahndung nach bestimmten (vergessenen) Künstlern und ihren Arbeiten.


Die Kunstwerke stammten aus verschiedenen Quellen. Viele wurden in Galerien, auf Auktionen, aus Künstlernachlässen erworben, manche ersetzten Honorare für Reden, Vorträge oder Aufsätze. Einige kamen als Geschenk, andere auf dem Tauschweg in die Sammlung. Besuche bei emigrierten Künstlern im Ausland brachten die Übernahme weiterer Zuwächse. Heute befinden sich Exilwerke aus Portugal, Frankreich, Großbritannien, Argentinien, Brasilien, El Salvador, den USA, Niederlanden und aus Skandinavien in der Sammlung. Ein großes Konvolut linkspolitischer und gesellschaftskritischer Arbeiten spendete der Kunsterzieher Carl-Walter Kottnik. Größere Zuwendungen machten zudem Teresa Balté aus dem Nachlass des Emigranten Hein Semke in Lissabon und der Maler und Zeitzeuge Theo Wilhelm mit seinem künstlerischen Erbe. 


In über 50 Jahren wuchs die kleine Privatsammlung zu einer Kollektion größeren Umfangs und beträchtlicher Diversität. In einer gemeinnützigen Stiftung soll ihr Erhalt nun gesichert und die Kunstwerke der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.  

Die kunstgeschichtliche Bedeutung der Sammlung

Relevante Bildzeugnisse in der Sammlung spiegeln die sozialen und politischen Verwerfungen der Zeit vor 1945, neben Phasen ungestörter Kunstentwicklung solche der Krisen, in denen die Kunst beeinflusst und fremdbestimmt wurde. Dazu kommen Werke, die Hamburgs lokale Besonderheiten thematisieren: die Rotlichtszene, die Boheme, die Großstadt, das Prekariat, den Hafen, Alster und Elbe, in jeweils zeittypischen stilistischen Gestaltungen. 


Zeitgeschichtliche Kommentare, etwa von Soldaten im Zweiten Weltkrieg, aus den KZ-Lagern und der Kriegsgefangenschaft, zu den Bombardierungen Hamburgs und der Ruinenstadt sind historische Trouvaillen. Alleinstellung dürften in der Sammlung linke KPD-Kunst, Arbeiten von Verfemten und Verfolgten der NS-Zeit, Werke der Exilkunst beanspruchen, da sie in Hamburg bisher weder beachtet noch gesammelt wurden.   

Aktuelle Lücken in der Sammlung

Neben Erweiterungen im Bereich Kunst bis 1945 sind Werke bekannter Hamburger Künstler bis in die Gegenwart zu ergänzen, Hamburg-spezifische Themen, politische und soziale Kunst, Brennpunkte und künstlerische Diskurse. Lücken bestehen auch noch bei Werken wichtiger Künstlervereinigungen wie gruppe, Zebra, Norddeutsche Realisten u.a.