Ladewig, Annemarie
1919 Neidenburg/Ostpreußen - 1945 Hamburg. Malerin, Grafikerin. Seit 1936 in Hamburg, bis 1940 Malausbildung an der Kunstschule Gerda Koppel bei Erich Hartmann, Eduard Bargheer, Hinrich Groth. Malreise mit der Hartmann-Klasse nach Neuharlingersiel. Ab 1940 als Werbezeichnerin tätig, später in der Firma Montblanc-Simplo. Anfang Januar 1945 Zwangsarbeit wegen der jüd. Abstammung der Mutter. Im März 1945 Verhaftung, Polizeigefängnis Fuhlsbüttel, Überführung ins KZ Neuengamme. Am 23.4.1945 im Alter von 25 Jahren mit ihrem Bruder dort hingerichtet.
Länger, Jörg
1964 Berlin. Maler. Lebt und arbeitet in Hamburg. Studium der Geistes- und Religionswissenschaften an der FU Berlin, 1986-90 Kunststudium an der Freien Kunststudienstätte Ottersberg. 1990-93 freikünstlerisch tätig in Berlin, Zürich, Köln, Düsseldorf. 1993 Umzug nach Hbg. Zahlreiche Ausst.
Laimgruber, Monika
1946 Klagenfurt/Österr. Malerin, Grafikerin. Studium an der HfbK Hbg bei Paul Wunderlich.
Lange, Willi
1876 Altona - 1950 Bad Bramstedt. Maler, Grafiker, Bildhauer. 1897–1900 Stud. an der Ak. Düsseldorf bei Eduard v. Gebhardt und Peter Janssen. 1900-01 in Paris, Schüler von René Prinet. Studienreisen durch Europa. Im 1. Weltkrieg Soldat. 1917–19 wieder in Altona, Eröffnung einer Kunstschule in der Westerstr. 35. 1919 Wohnung in Altona. 1920 Beitritt zur HKüS, zum AKüV und HKüV.
Lange-Brock, August
1891 - 1979 Hamburg. Maler. 1907-11 Anstreicherlehre. Bis 1913 Besuch der KGSchule Hbg. Im 1. Weltkrieg Zeichner in den Balkanländern. Ausbildung 1918-19 an der KGSchule Hbg bei Arthur Illies, 1921 am Bauhaus Weimar. 1924-26 Bühnenbildner bei Max Reinhardt am Dt. Theater Berlin. Mitarbeit am Sturm. 1927-30 Stud. an der Uni Hamburg. 1927 Lehrer an der Gewerbeschule für Maler Hbg. Daneben freikünstlerisch tätig.
Lehmann, Nanette
1920 Colditz bei Magdeburg - 1999 Hamburg. Grafikerin, Malerin, Bildhauerin, Keramikerin. Zunächst Keramikerin. 1948 Niederlassung in Hbg. Ab 1950 Aufträge für „Kunst am Bau“. Ende der 1950er Jahre Bau eines eigenen Hauses in Rissen, Sigrunweg, wo sie mit Herbert Spangenberg zusammenlebte und -arbeitete.
Leip, Hans
1893 Hamburg - 1983 Fruthwilen/Schweiz. Schriftsteller, Zeichner, Grafiker, Journalist. 1908–14 pädagog. Ausbildung. Kurzzeitig in Rothenburgsort Sport- und Religionslehrer. 1914 Soldat in Ungarn, 1915 verletzt, in Hbg geheilt. Seit 1917 wieder im Schuldienst. Seit 1915 Beiträge für die ZS Simplicissimus, bis 1922 Kunstkritiker für die Neue Hamburger Zeitung. Künstlerische Anregungen durch Alfred Lichtwark, Arthur Siebelist, Ernst Eitner an der KGSchule (als Gast). Als Maler Autodidakt. Seit 1920 Mitglied der HKüS. 1923–68 vorw. Schriftsteller.
Leiser-Fejne, Helga
1913 Hamburg - 1952 Lund/Schweden. Malerin, Bühnenbildnerin. Künstlerische Ausbildung bei Ivo Hauptmann. 1934 mit Renée Mendel in Paris. Ab 1935 Anschluss an den Jüdischen Kulturbund Hamburg. 1938 Emigration nach Schweden, Heirat mit dem Optiker Martin Fejne aus Helsingborg. 1944 Tochter Winni Marianne. Fortsetzung der künstlerischen Tätigkeit. Durch ihren frühen Krebstod im Alter von 38 Jahren überschaubares Werk.
Leitner, Gudrun von
1940 Schwerin. Lebt in Hamburg, Paris und Athen. Malerin, Grafikerin. 1958–62 Stud. an der FHG Hbg bei Wilhelm M. Busch. Bis 1966 an der École des Beaux Arts, Athen bei Kostas Grammatopoulos, 1967–69 an der École supérieure des Beaux Arts in Paris bei Lucien Coutaud. 1966 Heirat mit Spiros Pitoulis (1971 Scheidung). Zahlr. Künstlerbegegnungen, ab 1971 mit Meret Oppenheim. 1972–76 mehrere Monate in Athen. 1973 Ankaufpreis der 5. Int. Triennale für Farbige Druckgraphik, Prix Rank Xerox de la Gravure, Paris.
Lentz, Reinhard
1906 Hamburg - 1994 Lenggries. Maler, Grafiker, Schauspieler. Stud. der Innenarchitektur, 1924 KGSchule Hbg bei Willi Titze. Freundschaft mit Willem Grimm. 1926, 1929 Paris, 1927-28 Schiffsreise mit Grimm nach New York und Westindien. Seit 1930 freischaffend in Hbg. 1933, 1935 Schauspielunterricht bei Ernst Fürbringer und Gustav Knuth. Berufswechsel zum Schauspieler. 1940-43 in Göttingen, ab 1943 Intendant an der niedersächs. Landesbühne Hannover. Umzug nach München, Verlust des Oeuvres durch Ausbombung. 1944-45 Kriegsdienst. Ab 1953 am Jungen Theater Hbg. 1962 Umzug nach Lenggries.
Lerbs-Bernecker, Gertrud
1902 Rogehnen/Ostreußen – 1968 Lüneburg. Grafikerin. 1915 Ausbildung an der Kunst- u. Gewerkschule Königsberg, 1918 Kunstakademie ebd. Meisterschülerin von Heinrich Wolff, 1. Frau, die ein Atelier an der Kunstakademie erhielt. Heirat mit dem Maler Kurt Bernecker. Malte Landschaft Ostpreußens und soziale Probleme. 1935 Ausstellung ihrer Grafiken im Königsberger Schloss. Krankheit MS verhinderte Annahme 1943 einer Professur an der Königsberger Kunstakademie 1945 Flucht, Unterkunft in Lüneburg, wo sie als Grafikerin bekannt wurde. Mehrere Auszeichnungen.
Lewinsky, Susi
1911 Hamburg - 2004 San Francisco. Malerin. 1929-31 Studium der Pädagogik, Psychologie und Philosophie an der Uni Hbg. Daneben Kurse an der LKSchule bei Alfred Ehrhardt. Ein Semester Zeichenstudium an der KGSchule Prag. 1933-39 Lehrerin an der Israelitischen Töchterschule Hbg. Helferin bei der Organisation der Kindertransporte jüd. Kinder nach England. 1936 Reise nach Palästina. 1939 Auswanderung nach GB. Dort Heirat mit dem Kaufmann Georg Lewinsky, Übersiedlung nach El Salvador. 1943 Fortsetzung der Kunststudien an der Ac. Valero Lecha in San Salvador. Als Malerin dort bekannt geworden. 1957 Übersiedlung nach San Francisco.
Lindner, Richard
1901 Hamburg - 1978 New York. Grafiker, Illustrator, Maler. Ausbildung ab 1922 an der KGSchule Nürnberg, 1925 Meisterschüler bei Max Körner. Ab 1927 Werbegrafiker und Bühnenbildner in Berlin. 1929-33 in München Illustrator für Zeitschriften, Bücher, Verlage. 1933 Emigration nach Paris. 1939 Internierung, Zwangsarbeit in der Bretagne. 1941 Ausreise nach New York. Dort bald als Werbegrafiker etabliert. 1948 am. Staatsbürgerschaft. 1965 Gastprofessur an der HfbK Hbg.
Loeding, Peter
1936 - 2013 Hamburg. Maler, Grafiker. 1953–56 Chemigraphenlehre. 1957–60 im At. von Jonny Friedlaender in Paris zum Studium der Radiertechniken. Stip. der Amsinck-Stiftung. Seit 1963 Assistent an der WKSchule Hamburg, 1969-2001 Lehrauftrag für Druckgraphik ebd. Seit 1969 gemeinsames At. mit Peter Fetthauer. Verheiratet mit der Bildhauerin Ellen Sturm-Loeding. 1979 Preisträger beim Wettbewerb der Werner-Otto-Stiftung Das Kind in unserer Welt. 1986-87 Arbeit im Pflegeheim Alsterberg. 1995 1. Kunstpreis der IG-Metall für Druckgraphik.
Löwengard, Kurt
1895 Hamburg - 1940 London. Maler, Zeichner, Grafiker. Vor 1914 Schüler von Arthur Siebelist. 1914-18 Soldat in Russland und Frankreich. 1919-20 Student am Bauhaus Weimar bei Walther Klemm. 1921-23 Spanienreise. Ab 1923 freischaffend in Hbg, Beitritt zur HSez. Reisen nach Italien (1924, 1931), Paris (1926, 1929), Holland (1927). England (1930, 1938). Im Mai 1933 Abbruch seiner Ausst. im Hbger KV. Ab 1935 Engagement im Jüdischen Kulturbund Hamburg. Vermehrte Reisen an die Unterelbe, Ostseeküste, Nordsee. 1937 zwei Aquarelle in der HKH beschlagnahmt. Im Mai 1939 Emigration nach London. Ein halbes Jahr darauf Tod durch eine unheilbare Knochenanämie im Alter von 44 Jahren.
Lohse, Carl
1895 Hbg – 1965 Bischofswerda. Wächst als viertes von sechs Kindern in Eimsbüttel auf. 1909/10 Besuch KGSchule „Zeichnen für Schulknaben“. 1910-12 auf Empfehlung von Alfred Lichtwark Aufnahme in die Malschule von Arthur Siebelist. 1912/13 Studium an der HfbK in Weimar bei Albin Egger-Lienz und Fritz Mackensen- Freudschaft mit Otto Pankok. Abbruch, gemeinsames Malen im Oldenburgischen und Holland. 1914-16 Kriegseinsatz in Frankreich, Verschüttung an der Somme. 1916-19 engl. Kriegsgefangenschaft, Rückkehr nach Hbg. Niederlassung im sächsischen Bischofswerda, wo er mit Unterbrechungen (1922-28 in Hbg, Straßenbahnschaffner, Heirat, Tochter Maria) bis zum Tod tätig war. Zeuge Jehovas. 1929-39 2. Schaffensphase, 1950-64 3. Schaffensphase.
Lohse, Kurt
1892 Hohenstein-Ernstthal/Sachsen – 1958 Hamburg. Maler, Sänger. Studium an der Kunstgewerbeschule Dresden. 1913 Studienreise mit Otto Dix nach Italien. Nach dem Ersten Weltkrieg Fortführung des Studiums an der Dresdner Akademie. In Erster Ehe verheiratet mit Elfriede Lohse-Wächtler. 1925 in Wehlen u. Görlitz, Teilnahme an Dada-Aktionen. In den 1920er Jahren Übersiedlung nach Hamburg. In zweiter Ehe mit Heirat Elsa Haun, vier Kinder.
Lohse, Michael (Milo)
1939 – 2018 Hamburg. Maler, Grafiker, Musiker. Sohn von Kurt Lohse. 1957– 60 Lehre als Schaufenstergestalter im Alsterhaus Hbg. 1960-61 Besuch der WKSchule Hbg bei Brigitte Thoma. Abbruch des Studiums. Bis 1962 als wiss. Grafiker am Landesamt für Vor- und Frühgeschichte in Schleswig tätig, u.a. an einer wikingerzeitl. Ausgrabung bei Tönning. 1962–66 freischaff. Maler in Hbg. 6 Monate Studienaufenthalt in Paris, bis 1969 Werbegrafiker. 1967–69 Ausbildung zum Kunst- und Techniklehrer, bis 2004 Lehrer in Hbg. Seit 1973 Vorsitzender im Lehrplan-Ausschuss Bild. Kunst am Amt für Schule und Dozent am Inst. für Lehrerfortbildung. 1978–80 Übersiedlung nach Neversdorf, danach wieder in Hbg im At.haus Nöltingstraße. Leiter des Forums für neue Musik in der Christianskirche Ottensen.
Lohse-Wächtler, Elfriede
1899 Dresden - 1940 Arnsberg. Malerin, Grafikerin, Kunstgewerblerin. 1916-19 Studium an der Kgl. KGSchule Dresden bei Georg Erler. Mal- und Zeichenkurse an der Dresdner Ak., 1919 Anschluss an die Künstler der Dresdner Sezession. 1921 Heirat mit Kurt Lohse. 1925 Übersiedlung nach Hbg, wo Lohse sie verließ. 1929 Sieben Wochen in der Heilanstalt Friedrichsberg. Danach mit Friedrichsberger Köpfen bekannt geworden. Bis 1931 unstetes Leben auf St. Pauli mit permanenter Arbeit. 1931 Rückkehr nach Dresden, 1932 Einweisung in die Heilanstalt Arnsdorf. 1935 zwangssterilisiert. 9 Werke 1937 in Hbg beschlagnahmt im AM, HKH, MKG. Am 12. August 1940 Tod durch Euthanasie in Pirna Sonnenstein im Alter von 41 Jahren.
Loosli, Arthur
1926 La Chaux-d’Abel/Schweiz. Zeichner. 1942-46 Lehrerseminar. 1946-49 KGSchule, Zeichenlehrer, Studienaufenthalte in Paris, Florenz, Venedig, Stockholm. 1953 Lehrer am Gymn. Thun. 1950-54 Ausbildung zum Konzertsänger. 1959 1. Preis int. Vokalistenwettbewerb in Holland. Seitdem Konzerttätigkeit.
Lorenz, Karl
1888 – 1961 Hamburg. Künstler, Schriftsteller, Verleger. Als Maler Autodidakt. Ab 1919 als Autor Mitglied der HSez. 1924 Gründung der „Turmpresse“. 1933 Repressalien der Nazis. 1937 Beschlagnahme mehrerer Arbeiten in der HKH.
Luksch, Peter
1901 Wien - 1988 Hamburg. Maler, Zeichner. Sohn von Richard u. Elena Luksch (Makowsky). Seit 1907 in Hbg. 1918 Studium der Keramik an der KGSchule Hbg bei Max Wünsche. 1919-20 Ak. Wien bei Anton Hanak u. KGSchule Hbg bei Carl Otto Czeschka, Fritz Schleifer, Willi Titze, Willi Breest. 1933–41 freischaffend in Hbg. Reise nach Schweden. 1943 Verlust aller Arbeiten durch Bombenzerstörung des At. Im 2. Weltkrieg Dolmetscher in Russland, 1946 Rückkehr aus Kriegsgefangenschaft. Studium der Wandmalerei bei Willi Breest. 2 Jahre Amsinck-Stip. Mitgründer der Gruppe 1945 (gruppe). Lehrer am Baukreis für plastische u. architektonische Formkunde. Seit 1949 17 Jahre an der FHSchule für Bauwesen u. FSchule für technische Zeichner. Auszeichnung für den Entwurf einer zeichenhaften Plastik am Kunsthaus.
Lundgren, Stefan
1986 Västeras/Schweden. Maler, Zeichner. Kochlehre. Studium an der School of Visual Arts-New York, lebt in England, arbeitet in Eslöv und Berlin. Viele Ausst. Seit 1998 Großprojekte: Betonhäuser als begehbare Skulpturen.
Lutter, Rotraut
1940 Stolp. Lebt in Hamburg. Malerin. 1977–79 Besuch der Malschule At. Mensch bei H. J. Trams in Hamburg. 1979 Teilnahme an der Int. Sommer-Ak. Salzburg bei den Prof. Pack und Gutruf, 1981 Meisterklasse von Ernst Fuchs. Preis der Stadt Salzburg für ausgezeichnete Leistungen. Seit 1981 Dozentin für Malerei in Hbg.