Wie die Sammlung enstand

Die Anfänge fielen in die 1980er Jahre im Kontext meiner Forschungen zu Kunst in Hamburg.

Wenn ich zu Sammlern kam, um Interviews zu führen, und erlebte, die Bilder  befinden sich nicht an der Wand, werden kaum wertgeschätzt, erwarb ich gelegentlich Werke. Zunächst ging es mir nur um die Freude am Original. Später ergaben sich zeitgeschichtliche Schwerpunkte und damit begann eine systematische Suche. Ich erwarb Kunst in Auktionen und Nachlässen, ließ mich für Aufträge mit Werken bezahlen, übernahm Konvolute, von denen sich die Besitzer trennen wollten, z.B. eine Sammlung KPD-Kunst. Auf Privatreisen besuchte ich Emigranten aus Hamburg in London, Paris, Lissabon, Buenos Aires, Sao Paulo und Skandinavien. Mein Hauptzeitzeuge, der Maler Theo Wilhelm hinterließ mir seine russischen Bilder aus dem Zweiten Weltkrieg und Werke aus den Jahren nach 1945. Mit den Schwerpunkten verfemter und „entarteter“ Kunst, mit Exilkunst, Arbeiten jüdischer und linker Kunstschaffender, mit Außenseiter- und Boheme-Kunst hat die Sammlung Alleinstellungsmerkmale.

Maike Bruhns

Geboren 1940 in Wolfenbüttel. Kunsthistorikerin, Autorin, Kuratorin und Kunstsammlerin, lebt in Hamburg. 

1960-64 Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an den Universitäten München und Hamburg

1964 Heirat, 1965-69 Geburt der Kinder Mule, Sönke, Arnt. 

1972 MA-Abschluss.

Bis 1983 Museumspädagogin an der Hamburger Kunsthalle und Dozentin an der Volkshochschule. 

1984 Promotion über die Künstlerin Anita Rée.

Nach 1984 Freiberufliche kunstgeschichtliche Forschungsarbeit, Schwerpunkt Kunst in Hamburg im 20. und 21. Jahrhundert. U.a. Hamburgische Sezession, Kunst im „Dritten Reich“, im Exil, nach 1945.

Kuratorin von über 80 Kunstausstellungen, über 100 kunstgeschichtliche Publikationen.

Aufbau einer Sammlung Hamburger Kunst parallel zu den Forschungen. Bestand derzeit über 4000 Werke von 475 Künstlerinnen und Künstlern. 

2002 Auszeichnung mit der Lappenberg-Medaille des Vereins für Hamburgische Geschichte für die Publikation Kunst in der Krise. Hamburger Kunst im „Dritten Reich“. 2013 Bundesverdienstkreuz für das Forschungswerk. 2014 Buchpreis Hamburg-Lesen der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg für Bauschmuck bei Fritz Schumacher

2016 Übergabe des Archivs für verfolgte Kunst im Warburg-Haus Hamburg an das kunstgeschichtliche Seminar der Universität Hamburg. Heute als Hamburg-Archiv fortgeführt. 

2022 Umwandlung der Sammlung in die Stiftung Kunstsammlung Dr. Maike Bruhns. 

2025 Eröffnung des Ausstellungshauses Parabel – Zentrum für Kunst in Hamburg in der ehemaligen Nikodemuskirche in Ohlsdorf mit Werken der Stiftung.